Alpha-1-Antitrypsin-Mangel
Der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATM) ist eine seltene vererbbare Krankheit: Aufgrund einer fehlerhaften Erbinformation kommt es zu einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Verminderung der Produktion eines bestimmten Eiweißes (Proteinaseninhibitor, Pi). Der für den Schutz der Lunge wichtigste Stoff ist das Alpha-1-Antitrypsin (AAT), das in der Leber produziert wird. Es verhindert, dass ein anderes Eiweiß (Neutrophile Elastase), die überwiegend von weißen Blutkörperchen und einigen Zellen in der Lunge produziert wird, die Wände der Lungenbläschen (Alveolen) angreift und zerstört. Ist die Erbinformation bei Alpha-1 Patienten fehlerhaft, so sind im Blut eines Betroffenen weniger Schutzeiweiße (weniger Alpha-1-Antitrypsin) vorhanden. Der im Blut gemessene Alpha-1-Antitrypsin-Spiegel zeigt erniedrigte Werte.
Ein bisschen „Vererbungslehre“
Da jede Erbinformation beim Menschen doppelt angelegt ist, gibt es
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Menschen mit zwei gestörten Allelen (homozygoter Defekttyp) und
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solche mit einem gesunden und einem kranken Allel (heterozygoter Defekttyp).
Daher kann es verschiedene Varianten ein und derselben Erkrankung geben. Das heißt, nicht jeder Patient mit einem Alpha-1 Defekt entwickelt z.B. eine Lungenerkrankung: Man unterscheidet mehrere sogenannte Genotypen des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels.
Die häufigste Folge des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels ist eine Erkrankung der Lunge. Daneben kommt es bei ca. 10% der Menschen mit diesem (homozygotem) Defekttyp schon in der frühen Kindheit zu einer Lebererkrankung. Diese kann bis zur schwersten Form einer Leberzirrhose (Leberschrumpfung) führen, in den meisten Fällen heilt sie aber folgenlos aus. Bei Erwachsenen sind Doppelerkrankungen an Lunge und Leber möglich, aber selten.
Das Alpha-1 Lungenemphysem
Ist das Alpha-1-Antitrypsin reduziert, funktioniert es nicht richtig oder fehlt vollkommen, dann kann die Neutrophile Elastase die Wände der Lungenbläschen ungehindert angreifen und ihre Elastizität zerstören: Sie werden zu „schlaffen Säcken“, die dann bei jedem Ausatmen in sich zusammenfallen. Gesundes Lungengewebe geht verloren; es entwickelt sich ein Lungenemphysem. Die Lungenbläschen sind nicht mehr in der Lage, den lebensnotwendigen Gasaustausch (Kohlendioxid aus dem Körper, Sauerstoff in den Körper) vorzunehmen, und es kommt zu einer Sauerstoffunterversorgung des Körpers.



